Grundschulzeit
Sein Interesse für Spielkarten erwachte früh. Schon als Siebenjähriger spielte er mit Begeisterung alle möglichen Quartettvarianten. Der Erstklässler verbrachte einen Großteil der Unterrichtspausen damit, gegen seine Freunde anzutreten und einen Großteil der Unterrichtsstunden damit, auf die Pausen zu warten. Immerhin gelang es ihm, sich als durchschnittlicher Schüler zu behaupten. Er genoss die Stunden in seinen Lieblingsfächern Sport und Musik und litt wie so viele vor allem während des Mathematikunterrichts. Seine Prioritäten waren damals eben bereits eindeutig und die Weichen wurden gestellt: Karten sollten immer eine große Rolle im Leben von Horst Koch spielen. Bis heute hat sich daran nichts geändert.

In dem Landkreis am Naturpark Schönbuch südlich von Stuttgart war der sonntägliche Kirchenbesuch in den 60er Jahren für Jung und Alt eine Selbstverständlichkeit. Also fand sich auch Horst Koch regelmäßig um 9.00 Uhr am Sonntagmorgen im örtlichen Gotteshaus ein und lauschte den Predigten des Dorfpfarrers.

Nach dem Ende der Zeremonie widmeten sich Horst und seine Schulfreunde schnell wieder irdischeren Vergnügungen. Die Außenmauer der Kirche wurde zum Spielfeld für die Rasselbande, die sich dort regelmäßig zum Fuchseln traf. Das Spiel ist überall bekannt, besitzt aber je nach Region unterschiedliche Namen. Es geht darum, eine Münze so in Richtung einer Wand zu werfen, dass sie möglichst nah an ihr liegen bleibt. Während die Kinder der 80er Jahre Groschen verwendeten, fuchselten Horst und Kumpane in den 60ern noch mit einzelnen Pfennigstücken. Horst erwies sich als recht geschickter Spieler, der des Öfteren mit breitem Grinsen im Gesicht und üppigen 15 Pfennig in der Tasche den Heimweg antrat.

Bemerkenswert am Fuchseln ist nicht zuletzt der Zusammenhang von Geschicklichkeit und Glück, der ja auch das Pokerspiel auszeichnet. In dieser Zeit erfuhr Koch das Glücksgefühl, das entsteht, wenn man jemandem im Spiel besiegt und ihm Geld abnimmt, ein Gefühl, das alle die nachvollziehen können, die ebenfalls mit dem Virus des Spiels infiziert sind. Entscheidend war damals natürlich nicht die Menge des gewonnenen Geldes, die sich natürlich im Pfennigbereich bewegte, sondern der Sieg an sich.

 
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