Anfang März fuhr ich nach Wien, um dort an der European World Series of Poker Trial teilzunehmen. Der etwas seltsame Name hat folgenden Hintergrund: Das Concord Card Casino in Wien bot zunächst ein eigenes Turnier mit dem Namen World Series of Poker an. Das löste natürlich scharfe Proteste in Las Vegas aus, sodass das österreichische Casino in den Verdacht geriet, das Urheberrecht zu verletzen. Also war man gezwungen, den Namen abzuändern, und so entstand eben die „European World Series“. Ich fuhr mit einigen Freunden zusammen hin und amüsierte mich hervorragend, wenn auch leider nicht wegen größerer Gewinne.
Die echte World Series of Poker fand damals noch im April/Mai statt. Natürlich war ich auch in diesem Jahr wieder dabei. Wir reisten in jenem Jahr im kleinen Kreis nach Amerika, erfüllt von Vorfreude und Optimismus. Wenn man nachts anreist und die Glitzermetropole mit all ihrem Glanz und in ihrer ganzen Pracht aus dem Flugzeug sieht, wird man schnell von einer ganz eigenartigen Euphorie erfasst. Plötzlich ist man davon überzeugt, bei diesem Besuch einen großen Erfolg zu erzielen und mal so richtig abzusahnen. Also springt man gleich nach der Ankunft in ein Taxi und saust zum nächsten Casino, um sich sofort an einen Tisch zu setzen, zu spielen und zu gewinnen. Aber seien wir ehrlich, über 90 % der Spieler verlieren, und nur wenige Prozent gewinnen, und von denen macht wiederum nur ein Bruchteil einen großen Reibach. Man muss also sehr aufpassen, nicht eines Morgens mit leerem Portemonnaie aufzuwachen.
Zum Ausspannen flog ich danach erst einmal für zwei Wochen nach Dubai in die Vereinigten Arabischen Emirate. 14 Tage lang ließ ich es mir einfach nur gut gehen. Ab und zu muss man ja auch einmal etwas Anderes sehen. Trotzdem, ich kann nicht aus meiner Haut: Auch in Dubai knüpfte ich einige Kontakte zu europäischen Hoteldirektoren, um auszuloten, ob sich nicht die Möglichkeit ergeben könnte, auch in den dortigen Hotels mit der GPPA Turniere zu veranstalten. In islamischen Ländern ist so etwas aber aus offensichtlichen Gründen sehr schwierig.
Zurück in Deutschland machte ich mich mehrfach auf, um Casinos im deutschsprachigen Raum zu besuchen. Unter anderem fuhr ich nach Feuchtwangen, Salzburg, Kufstein und Wien. Bei den Turnieren schnitt ich eher mittelmäßig ab. Dafür gelang es mir beim Cash Game, meine Verluste wieder auszugleichen und die Startgelder für die nächsten Turniere schon einmal einzuspielen.
Bei der 1. Kufsteiner Pokermeisterschaft gehörte ich zu den Organisatoren. Deshalb nahm ich an dem Turnier natürlich nicht teil, sondern besuchte es nur als Zuschauer. Stattdessen setzte ich mich wieder an einen der Cash Game Tische und besserte meine Reisekasse auf. Zu dieser Zeit wurde noch verstärkt Limit Hold’em gespielt, und an den 20/40 und 30/60 tischen fühlte ich mich wie zu Hause. Im Gegensatz zum No Limit kann ist Limit einfach besser zu kalkulieren, was meiner Spielweise entgegenkommt.
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