Schon seit vier Jahren organisierte ich jetzt die Sonntagsturniere in Baden-Baden. Jeden Sonntag wurde ab 18 Uhr Texas Hold’em und Seven Card Stud gespielt. Die turniere zogen regelmäßig etwa 40 Spieler an, von denen der Großteil Stammspieler waren. Natürlich bedeutete das, dass ich 50 Sonntage im Jahr nicht zuhause war, aber ich fühlte mich trotzdem nicht unwohl, da ich mich ja mit den Dingen beschäftigte, denen meine Leidenschaft noch heute gilt.

Neben diesen Turnieren organisierte ich im Casino Baden-Baden auch Stadtmeisterschaften, Baden-Württembergische Meisterschaften, Deutsche Meisterschaften, Europameisterschaften sowie die Turnierserien Poker Classics und Poker Festival. Insgesamt kamen so im ganzen Jahr etwa 110 Turniere zusammen. Für das Casino war die Zusammenarbeit mit meiner GPPA sehr lukrativ, denn es konnte zusätzlich bis zu fünf Cash Game Tische anbieten und dort den ganzen Abend seine Rakes einsammeln.

Nachdem ich im Sommer wieder Las Vegas besucht hatte und mit einem Preisgeld von ungefähr $ 5000 zurückgekehrt war, flog ich im Herbst wieder nach Aruba in der Karibik. Aus den Kontakten, die ich in den Vorjahren dort geknüpft hatte, entstand das erste große karibische Pokerevent auf dieser paradiesischen Insel. Das Event sollte aus mehreren Turnieren bestehen und wurde ein großer Erfolg. Wir hatten als Werbemittel 10 000 Flyer gedruckt und auf der Insel verteilt, außerdem rührte ich die Werbetrommel in Las Vegas und ließ alle meine Verbindungen in Deutschland spielen, um Spieler aus ganz Europa dazu zu bewegen, sich ins Flugzeug zu setzen und nach Aruba zu fliegen, was mir auch bei ca. 60 Spielern gelang. Weiter 40 Spieler kamen aus dem nahe gelegenen Venezuela herüber, um an den Turnieren teilzunehmen. Von Ende Oktober bis Ende November lief das Event, und es war für alle eine großartige Zeit. In den Preispoolen lagen insgesamt über $ 200 000. Im darauf folgenden Jahr nahm die Teilnehmerzahl dramatisch ab. Man darf natürlich nicht vergessen, dass in diesem Jahr das Attentat auf die Twin Towers in New York verübt wurde. Dadurch wurde es natürlich unheimlich schwierig, überhaupt noch einen Amerikaner dazu zu bewegen, sich in ein Flugzeug zu setzen, und den Europäern ging es ja ähnlich. Ich hatte selbst auch Ängste und spielte mit dem Gedanken, in Europa zu bleiben. Andererseits konnte ich mir nicht vorstellen, dass irgendjemand darauf verfallen würde, einen Ferienflieger auf dem Weg in die Karibik anzugreifen.

Nach 2001 versuchte ich dann nicht mehr, die Karibik-Events weiter zu fördern, sondern konzentrierte mich auf die Schiene Sachpreisturniere in Deutschland.

 
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